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VegMed Web 2021: Martin Schlatzer spricht für die Alpro Foundation über pflanzenbetonte Ernährung als Schlüssel zur Lösung verschiedener Umweltkrisen

hinzugefügt am
05. Mar 2021
VegMed Web 2021: Martin Schlatzer spricht für die Alpro Foundation über pflanzenbetonte Ernährung als Schlüssel zur Lösung verschiedener Umweltkrisen

Vom 28.02. bis 02.03. fand dieses Jahr die VegMed Web statt, Europas größte wissenschaftliche Konferenz zu pflanzlicher Ernährung und Medizin. Das ursprünglich für 2020 geplante Event fand aufgrund der Pandemie online statt. Die Alpro Foundation unterstützte die Veranstaltung als Sponsor und stiftete den Vortrag „On the edge of the Anthropocene – Plant based diets as a key role for solving climate and multiple crisis” von Martin Schlatzer.

Die VegMed ist ein jährlich stattfindender Kongress für Ärzte, Diätassistenten, Ernährungswissenschaftler, Studenten und andere Akteure im Gesundheitswesen. Renommierte Mediziner und Wissenschaftler befassen sich dort aus einer ganzheitlichen Perspektive mit den aktuellen Herausforderungen unseres Gesundheitssystems. Dabei werden nicht nur die neuesten, evidenzbasierten Erkenntnisse in Bezug auf Ernährung und Gesundheit berücksichtigt, sondern auch der Zusammenhang zwischen Ernährung, Pandemien und planetarer Gesundheit betrachtet. So war ein Schwerpunkt in diesem Jahr Ernährung und Klimawandel, zu dem auch Martin Schlatzer, Ernährungsökologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur (BOKU Wien), im Auftrag der Alpro Foundation sprach.

In seinem Vortrag beleuchtete er, was unsere Ernährung mit dem Klimawandel, aber auch anderen ökologischen Krisen zu tun hat. In seiner Einleitung stellte er deutlich heraus, welchen Einfluss der Mensch in seinem verhältnismäßig kurzen Bestehen auf die Umwelt genommen hat. Betrachtet man die sogenannten planetaren Grenzen (die ökologischen Grenzen der Erde, derzeit sind neun definiert), lässt sich erkennen, dass einige davon bereits überschritten sind, darunter die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre, die biochemischen Flüsse, die Veränderung der Landnutzung sowie die Aussterberate bzw. die Intaktheit der Biodiversität. Faktoren, die durch das, was wir essen und wie es produziert wird, beeinflusst werden. Hier verwies Schlatzer auf die Planetary Health Diet, eine von einem Forscherteam entwickelte Ernährungsweise, die gleichermaßen gesund für den Menschen wie auch den Planeten ist. Es handelt sich um eine pflanzenbetonte Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchten und nur einem geringen Anteil an rotem Fleisch, ein moderater bzw. optionaler Anteil an Geflügel und Milchprodukten sowie einer deutlich reduzierten Zuckerzufuhr. Ferner betonte Schlatzer, dass eine nachhaltige Ernährung mit der erfolgreichen Umsetzung einiger der SDGs (Sustainable Development Goals) verknüpft sei, die sich die Vereinten Nationen bis 2030 gesteckt haben. Eines der Ziele ist es, die Ernährung zu sichern; dazu gehört, Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit zu gewährleisten, eine bessere Ernährung zu erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Aktuell sei die moderne Landwirtschaft für 80 % der Abholzung, bis zu 29 % der Treibhausgasemissionen und 70 % des Frischwasserverbrauchs verantwortlich, so Schlatzer. Die Tierhaltung verursache weltweit 14,8 bis 18 % der Treibhausgasemissionen – mehr als der Transportsektor.

Mit einer Umstellung auf eine Ernährungsweise, die pflanzliche Lebensmittel mehr in den Fokus stellt, ließe sich CO2 einsparen. Zudem sei es wesentlich effizienter, die Umwandlung von pflanzlichem Protein in tierisches Protein zu reduzieren und pflanzliche Lebensmittel vermehrt direkt für die menschliche Ernährung zu nutzen. Dies sei nicht zuletzt wichtig angesichts der steigenden Weltbevölkerung und der Sicherung der globalen Lebensmittelversorgung.