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Positiver Einfluss von Sojaverzehr auf die Durchblutung des Gehirns und psychomotorische Geschwindigkeit

hinzugefügt am
20. Oct 2021
Positiver Einfluss von Sojaverzehr auf die Durchblutung des Gehirns und psychomotorische Geschwindigkeit

Eine Zusammenfassung der Studie von Jordi P. D.  Kleinloog, Lea Tischmann, Ronald P. Mensink, Tanja C. Adam und Peter J. Joris (2021). Longer-term soy nut consumption improves cerebral blood flow and psychomotor speed: results of a randomized, controlled crossover trial in older men and women (The American Journal of Clinical Nutrition 2021)*

Altersbedingte Gesundheitsbeschwerden, wie eine beeinträchtigte kognitive Leistungsfähigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gehören zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Effektive Interventionsstrategien sind dringend erforderlich, um die altersbedingten Beschwerden zu vermeiden bzw. abzuschwächen. Neben positiven Effekten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wird eine pflanzenbetonte Ernährung auch mit Verbesserungen der kognitiven Leistung in Verbindung gebracht. Folglich gewinnen Studien, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen bestimmter pflanzlicher Lebensmittel wie Soja befassen, zunehmend an Aufmerksamkeit. Soja ist reich an Phytoöstrogenen wie Isoflavonen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und hochwertigem Pflanzenprotein. Inhaltsstoffe, die positive Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten haben könnten.


In einer randomisierten, kontrollierten Crossover-Studie untersuchten die Forschenden die Auswirkungen eines längerfristigen Verzehrs von Sojakernen auf den zerebralen Blutfluss (CBF, cerebral blood flow) sowie die kognitive Leistung bei älteren Menschen. Die Teilnehmenden (23 gesunde Männer und Frauen, Alter: 60–70 Jahre, BMI 20-30 kg/m2) erhielten während des 16-wöchigen Interventionszeitraums täglich 67 g ungesalzene Sojakerne (ca. 25,5 g Sojaprotein und 174 mg Isoflavone). Nach einer behandlungsfreien Phase von 6–12 Wochen, die sicherstellte, dass die Wirkung der vorangegangenen Aufnahme der Sojakerne abgeklungen ist, folgte ein 16-wöchiger Kontrollzeitraum. Am Ende jedes Zeitraums wurde der CBF, ein Marker für die Versorgung des Gehirns mit Blut, mithilfe einer Magnetresonanztomographie bestimmt. Zudem wurden die psychomotorische Geschwindigkeit sowie kognitive Fähigkeiten, die Steuerungs- oder Leitungsfunktionen beinhalten, und Gedächtnisleistung untersucht.


Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein längerfristiger Verzehr von Sojakernen zu einem Anstieg des regionalen CBF in vier Gehirnclustern führte. Diese Cluster sind an der psychomotorischen Geschwindigkeit beteiligt, welche sich durch eine Reduzierung der Bewegungszeit um 7 % ebenfalls verbessert hat. Einer Veränderung der kognitiven Fähigkeiten, welche Steuerungs- oder Leitungsfunktionen beinhalten, oder der Gedächtnisleistung wurde dagegen nicht beobachtet.

Die Studie von Kleinloog et al. zeigt, dass ein längerfristiger Verzehr von Soja die kognitive Leistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen positiv beeinflussen könnte.

Die gesamte Studie können Sie hier kostenlos lesen: https://academic.oup.com/ajcn/advance-article/doi/10.1093/ajcn/nqab289/6369098


* Die Studie wurde teilweise unterstützt durch ein Stipendium der Alpro Foundation. Die Alpro-Stiftung war nicht an der Konzeption, Implementierung, Analyse und Interpretation der Daten beteiligt.