Kuhmilch­eiweißallergie

Kuhmilch­eiweißallergie

Was ist eine Kuhmilcheiweißallergie?

Kuhmilcheiweißallergie (KMEA) ist eine Reaktion des Immunsystems auf die Proteine in der Milch von Säugetieren (Kühen, Ziegen, Schafen, Büffeln etc.). KMEA unterscheidet sich von der Laktoseintoleranz, bei der das Immunsystem nicht beteiligt ist. KMEA entwickelt sich normalerweise im Säuglingsalter beim Abstillen, nach der ersten Aufnahme von Produkten auf Kuhmilchbasis wie z.B. Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis oder Kuhmilchjoghurt.

KMEA ist eine der häufigsten Arten von Lebensmittelallergien bei kleinen Kindern. Die Prävalenz wird auf 1,9 bis 4,9 % im ersten Lebensjahr geschätzt. 

Eine KMEA wirkt sich bei Kindern im ersten Lebensjahr oft negativ auf das Wachstum aus. Eine exakte Diagnose sowie eine angemessene Behandlung, einschließlich der richtigen Wahl der Säuglingsnahrung, sind also von hoher Wichtigkeit, um mit ausreichender Nährstoffzufuhr optimale Zunahme und Wachstum zu gewährleisten. 

Was Sie Ihren Patienten mit Kuhmilcheiweißallergie empfehlen sollten

Die Entscheidung, welcher Kuhmilchersatz für KMEA-Patienten geeignet ist, hängt davon ab, ob die Allergie IgE-vermittelt ist (unmittelbare allergische Reaktion) oder nicht-IgE-vermittelt (verzögerte Reaktion).

IgE-vermittelte vs. nicht-IgE-vermittelte Kuhmilcheiweißallergie: Die Prävalenz einer mit KMEA zusammenhängender Sojaallergie bei Säuglingen unterscheidet sich zwischen IgE-vermittelter und nicht-IgE-vermittelter Allergie. Man schätzt, dass nur 10-14 % der Säuglinge mit IgE-vermittelter KMEA gleichzeitig eine Sojaallergie aufweisen, aber bis zu 50 % der Säuglinge mit nicht-IgE-vermittelter Kuhmilcheiweißallergie auch gegen Soja allergisch sind (insbesondere Säuglinge mit Symptomen des Magen-Darm-Trakts).

Die World Allergy Organisation hat Leitlinien herausgegeben, in denen hypoallergene Säuglingsnahrung als bevorzugte Wahl für Säuglinge mit KMEA empfohlen wird. Bei Säuglingen über 6 Monaten mit IgE-vermittelter Kuhmilcheiweißallergie ohne gleichzeitige Sojaallergie kann Soja-Säuglingsnahrung eingesetzt werden, insbesondere bei älteren Säuglingen. Allgemein herrscht Einigkeit darüber, dass Soja-Säuglingsnahrung deutlich wohlschmeckender und günstiger ist als hypoallergene Säuglingsnahrung. Zahlreiche Daten zeigen, dass es im Vergleich zwischen Säuglingen, die Soja-Säuglingsnahrung bekommen, und solchen, die im ersten Lebensjahr Säuglingsnahrung aus Kuhmilch erhalten, keine signifikanten Unterschiede im Wachstum, in der Entwicklung oder in der Gesundheit gibt.

Nach dem ersten Lebensjahr sind Milchalternativen auf Sojabasis eine gute Wahl. Sie sind überall erhältlich und lecker. Mehrere klinische Studien zeigen, dass Sojalebensmittel das normale Wachstum und eine normale Entwicklung bei Kindern fördern. Sojaprotein ist ein hochwertiges Protein, das alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge liefert, um den Bedarf des Körpers zu decken.

Minerals
    Calcium120 mg 15%*
    Iron1.1 mg 15%*
    Iodine24.5 µg 16%*

* 15% of the nutrient reference values (NRVs)


Ab dem Alter von 1 Jahren können Kinder die Alpro Sojadrinks als vollständige Milchalternative im Rahmen einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung verzehren. 

Unser Kokosnuss- und Reisdrink eignen sich nicht als alleinige Milchalternative für Kinder unter 5 Jahren, da der Proteingehalt der Drinks zu gering ist, um den Bedarf zu decken. Die Drinks können jedoch als Teil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ab einem Alter von 5 Jahren in den Speiseplan integriert werden. 

Was ist der Unterschied zwischen Laktoseintoleranz & Kuhmilcheiweißallergie?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem, bei einer Lebensmittelunverträglichkeit nicht – auch wenn die Symptome ähnlich erscheinen können.
Bei einer Kuhmilcheiweißallergie ist das Protein in der Kuhmilch das Allergen, das die Reaktion des Immunsystems hervorruft, die bei manchen Menschen äußerst heftig ausfallen kann.
Bei einer Laktoseintoleranz ist ein Mangel an oder das Fehlen des Enzyms Laktase dafür verantwortlich, dass die Laktose nicht verdaut werden kann.
Ob bei Laktoseintoleranz oder Kuhmilcheiweißallergie: Alpro Produkte bieten eine tolle Alternative zu Milchprodukten, denn sie sind von Natur aus laktosefrei und enthalten keinerlei Kuhmilchprotein.

Quellen

Kemp AS, Hill DJ, Allen KJ et al. Guidelines for the use of infant formulas to treat cows milk protein allergy: an Australian consensus panel opinion. Med J Aust 2008;188:109-12.

 Vandenplas Y, De GE, Devreker T. Treatment of Cow's Milk Protein Allergy. Pediatr Gastroenterol Hepatol Nutr 2014;17:1-5.

 Kattan JD, Cocco RR, Jarvinen KM. Milk and soy allergy. Pediatr Clin North Am 2011;58:407-26.

 Crittenden RG, Bennett LE. Cow's milk allergy: a complex disorder. J Am Coll Nutr 2005;24:582S-91S.

 Bahna SL. Cow's milk allergy versus cow milk intolerance. Ann Allergy Asthma Immunol 2002;89:56-60.

 Vandenplas Y, Castrellon PG, Rivas R et al. Safety of soya-based infant formulas in children. Br J Nutr 2014;111:1340-60.